Senken erneuerbare Stromquellen den Strompreis?
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Kurzantwort
Ja – Wind- und Solarstrom senken unter sonst gleichen Bedingungen meist den kurzfristigen Großhandelspreis. Ihre zusätzlichen Erzeugungskosten sind sehr gering. Deshalb verdrängen sie in der Merit Order teurere Angebote; das nennt man Merit-Order-Effekt"Effekt. FraunhoferDaraus Studiefolgt aber nicht automatisch eine gleich hohe Senkung des Haushaltsstrompreises oder der gesamten Kosten des Stromsystems.
Um
Eigene FrageDarstellung nach Bundesnetzagentur/SMARD. Der zeitgleiche Verlauf beweist für sich allein keine Kausalität: Wetter, Nachfrage, Brennstoff- und CO₂-Preise, Kraftwerksverfügbarkeit und grenzüberschreitender Handel ändern sich ebenfalls.
Warum der Börsenpreis häufig sinkt
Wind- und Photovoltaikanlagen benötigen für eine zusätzliche Megawattstunde weder Kohle noch Gas und verursachen im Betrieb keine zusätzlichen CO₂-Zertifikatskosten. Ist ihre Produktion verfügbar, bieten sie daher meist zu beantworten,sehr schauenniedrigen wiroder uns– zuerstbei eine Studie aus dem "Fraunhofer-Institut für System-Förder- und InnovationsforschungFlexibilitätsanreizen (ISI)"– teils negativen Preisen an. https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/ccx/2016/impres/Merit-Order-2012_final.pdf
ZusammengefasstEinspeisung sagtverschiebt die Studie aus:
Einführung:
Die Arbeit ist Teil des Projekts „Wirkungen des Ausbaus erneuerbarer Energien (ImpRES)“ und analysiert den Preis- und Verteilungseffekt erneuerbarer Energien auf den deutschen Strommarkt für die Jahre 2011 und 2012.
Grundlagen:
Der Effekt ist am stärksten, wenn die Angebotskurve nacham unten,Schnittpunkt wasmit niedrigereder MarktpreiseNachfrage zursteil Folgeist: hat.
Methodik:
zusätzliche Was die Strompreiserealen mitMarktdaten undzeigen
Nach erneuerbare Energien simuliert.
Ergebnisse:
Diese Zahlen passen zum Mechanismus, zeigen aber auch seine Grenzen: Obwohl es 2025 mehr negative Stunden gab, stieg der Jahresmittelpreis gegenüber 2024. Hohe Preise in wind- und sonnenarmen Zeiten können viele sehr günstige Stunden überwiegen. Im Jahr 2025 traten 40 Stunden mit mehr als 300 €/MWh auf.
Empirische Forschung zum Merit-Order-Effekt
Eine häufig zitierte Fraunhofer-ISI-Modellstudie schätzte für Deutschland im Jahr 2006 eine durchschnittliche Spotpreissenkung durch geförderte erneuerbare Stromerzeugung von 7,83 €/MWh. Der modellierte finanzielle Effekt lag bei rund 5 Milliarden Euro. Die Autoren zeigten zugleich, dass das Ergebnis empfindlich auf Brennstoffpreise, Kraftwerkspark, Knappheitsaufschläge und weitere Annahmen reagiert.
Die Studie belegt den weiterenMechanismus, Ausbauihre Zahlen lassen sich aber nicht unverändert auf das heutige Stromsystem übertragen: Der Anteil erneuerbarer Energien, insbesonderedie Photovoltaik,Marktregeln, aufNetze, 4,88CO₂-Preise Milliardenund Euroder (Absenkung:europäische 8,9Kraftwerkspark €/MWh).
Warum ein niedriger Börsenpreis nicht die ganze Kostenfrage beantwortet
1. Kurzfristiger Preis ist nicht gleich langfristige Vollkosten
Der Spotmarkt vergütet vor allem Großverbrauchern,den derenWert Stromkostenvon durchStrom geringerezu Einkaufspreiseeinem gesenktbestimmten Zeitpunkt und Ort. Windräder, Solaranlagen, Netze, Speicher und gesicherte Leistung müssen jedoch gebaut und finanziert werden.
Fazit:
niedrige 2. demSystemintegration Strommarktkostet ab.
ebenfalls Mit wirdwachsenden alswetterabhängigen nachhaltigAnteilen werden Netzausbau, Regelenergie, flexible Nachfrage, Speicher, steuerbare Reservekapazitäten und positivgegebenenfalls Abregelung wichtiger. Diese Kosten erscheinen nicht vollständig im Day-Ahead-Preis.
3. Endkundenpreise reagieren verzögert und unvollständig
Versorger beschaffen Strom häufig im Voraus. Außerdem bestehen Rechnungen aus Beschaffung und Vertrieb, Netzentgelten, Messkosten, Steuern und Umlagen. Ein Merit-Order-Effekt kann die Beschaffung verbilligen, ohne dass die gesamte Rechnung im gleichen Verhältnis fällt.
4. Negative Preise sind ein Signal, kein kostenloser Dauerzustand
Negative Preise zeigen für die Kostensenkungjeweilige eingeschätzt,Periode zeigtein Überangebot bei zu geringer Flexibilität. Sie schaffen Anreize für Speicher, Elektrolyseure, Wärmepumpen, flexible Industrie und bessere Netznutzung. Häufen sie sich, weisen sie aber auch Forschungsbedarfdarauf hinsichtlichhin, internationalerdass Stromaustauschwirkungen.zusätzliche unflexible Erzeugung an diesem Ort und zu dieser Zeit weniger Marktwert hat.
Was wäre ohne Erneuerbare?
Die saubere Gegenfrage lautet nicht, ob eine Wind- oder Solaranlage „billiger als der Börsenpreis“ ist. Verglichen werden muss ein Stromsystem mit ihrer Einspeisung mit einem plausiblen System ohne diese Einspeisung. Kurzfristig müssten dann meist teurere Kraftwerke mehr produzieren oder zusätzliche Importe die Lücke schließen. Langfristig würde sich allerdings auch der Kraftwerkspark verändern. Deshalb sind kurzfristiger Merit-Order-Effekt und langfristige Systemkosten zwei verschiedene Größen.
Fazit für die Debatte
Mehr Wind- und Solarstrom drückt im Normalfall den kurzfristigen Börsenpreis, weil Erzeugung mit sehr niedrigen Grenzkosten teurere Angebote verdrängt. Ob auch Endkundenrechnung und Gesamtsystemkosten sinken, hängt zusätzlich von Finanzierung, Netzen, Speichern, Flexibilität, Reservekraftwerken, Steuern und Beschaffungsverträgen ab.
Die Behauptungen „Erneuerbare senken nie den Strompreis“ und „mehr Erneuerbare machen Strom automatisch in jeder Hinsicht billiger“ sind daher beide zu pauschal.
Quellen
Der Strompreis kann mit dem Ausbau von erneuerbaren Energiequellen gesenkt werden. Gleichzeitig müssen aber auch teurere Energiequellen wie z. B. Gas abgeschafft werden, da sie den Preis nach oben drücken. [TODO: Hier link zur Strompreisbildung auf Basis des MOE]