Bestimmt das teuerste Kraftwerk den Strompreis?
Kurzantwort
InDie Deutschlandübliche verwendenAussage wirist als Faustregel brauchbar, aber ungenau. Im gekoppelten europäischen Day-Ahead-Markt bestimmt für jede Viertelstunde und Gebotszone das "Merit-Order-Prinzip"letzte noch benötigte, akzeptierte Angebot den einheitlichen Börsenpreis. Das ist häufig ein Gas- oder Kohlekraftwerk mit hohen kurzfristigen Erzeugungskosten. Es ist aber nicht automatisch das technisch teuerste Kraftwerk im Land – und sein Gebot ist nicht identisch mit einer amtlich geprüften Kostenrechnung.
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Eigene schematische Darstellung. Gebotspreise und Mengen sind nur Beispiele und nicht maßstabsgetreu.
So entsteht der Day-Ahead-Preis
Seit spieltdem eine30. zentraleSeptember Rolle2025 wird der europäische Day-Ahead-Markt in 15-Minuten-Intervallen statt in Stunden gekoppelt. Es gibt also nicht „den Strompreis“ eines Tages, sondern bis zu 96 Day-Ahead-Preise je Tag und Gebotszone. Intraday-, Termin- und außerbörslicher Handel folgen wiederum anderen Abläufen.
Ein vereinfachtes Zahlenbeispiel
Das Gaskraftwerk ist in diesem Beispiel das letzte benötigte Angebot. Der Markträumungspreis beträgt 85 €/MWh – auch Wind- und Braunkohleanbieter erhalten ihn für ihre akzeptierten Mengen. Das Ölkraftwerk ist zwar teurer, wird aber nicht benötigt und setzt den Strombörsen,Preis insbesonderedaher nicht. Würde die Nachfrage nur 44 MWh betragen, reichten Wind, Solar und ein Teil der Braunkohle; der Preis läge im vereinfachten Beispiel bei 30 €/MWh.
Was an der EuropeanKurzform Energy Exchange (EEX) in Leipzig.
Wie funktioniert das?
Stromnachfrage decken:
Um die Stromnachfrage zu jedem Zeitpunkt zu decken, werden verschiedene Kraftwerke mit unterschiedlichen Kosten nacheinander zugeschaltet.
Günstige Kraftwerke (z. B. Wind-, Solar- und Atomkraftwerke) kommen zuerst, weil ihre Betriebskosten niedrig sind.
Teurere Kraftwerke (z. B. Gaskraftwerke oder Kohlekraftwerke) folgen, wenn der Bedarf steigt.
Das„das teuerste Kraftwerk bestimmt den Preis:Preis“ falsch verstanden werden kann
- Gemeint ist das teuerste noch akzeptierte Gebot, nicht das teuerste vorhandene Kraftwerk. Ein noch teureres, nicht benötigtes Angebot hat keinen Einfluss auf den Auktionspreis.
Warum erhalten auch günstige Anlagen den höheren Einheitspreis?
Im Einheitspreissystem lohnt es sich für einen Anbieter grundsätzlich, seine tatsächlich verfügbare Menge zu einem Preis anzubieten, der seine zusätzlichen Produktionskosten widerspiegelt. Wer deutlich höher bietet, riskiert, nicht zum Zug zu kommen. Der Markt wählt dadurch zunächst die Nachfragegünstigsten zuAngebote decken.aus.
Ein Kraftwerk„pay nenntas manbid“-Verfahren "Grenzkraftwerk".
Alle Anbieter, unabhängig von ihren tatsächlichen Produktionskosten, erhalten für den gelieferten Stromwürde den Preis nicht automatisch senken: Anbieter hätten dann einen starken Anreiz, den erwarteten Markträumungspreis zu erraten und knapp darunter zu bieten. Die EU-Kommission und EPEX SPOT führen dies als einen Grund an, am marginalen Einheitspreis festzuhalten. Das System ist dennoch kein Garant für niedrige Endkundenpreise; Marktmacht, Knappheit, Netz- und Reservekosten sowie die Gestaltung langfristiger Verträge müssen gesondert beobachtet werden.
Einordnung für die Debatte
Die präziseste Kurzform lautet:
Im europäischen Day-Ahead-Markt setzt in jeder Lieferperiode das letzte noch benötigte akzeptierte Gebot den zonalen Einheitspreis. Weil Gas- oder Kohlekraftwerke in knappen Zeiten häufig dieses Gebot stellen, können ihre Brennstoff- und CO₂-Kosten den Börsenpreis prägen.
Damit ist weder gesagt, dass fossile Kraftwerke immer den Preis setzen, noch dass jede erzeugte Kilowattstunde so teuer in der Herstellung war oder Haushalte genau diesen Preis bezahlen.
Quellen
Warum dieses Prinzip?
Kritik am Prinzip:
Fazit:
Das teuerste Kraftwerk bestimmt tatsächlich den Strompreis im Netz, was sowohl Vorteile (Markteffizienz) als auch Nachteile (Kostentreiberei in Krisenzeiten) hat. Die EU und Deutschland diskutieren regelmäßig über mögliche Reformen dieses Systems, um die Preisbildung fairer und stabiler zu gestalten.
Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Merit-Order
https://www.next-kraftwerke.de/wissen/merit-order