Energiepreis

Bestimmt das teuerste Kraftwerk den Strompreis?

In Deutschland verwenden wir das "Merit-Order-Prinzip". Dieses Prinzip spielt eine zentrale Rolle bei der Preisbildung an den Strombörsen, insbesondere an der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig.

Wie funktioniert das?

  1. Stromnachfrage decken:

    • Um die Stromnachfrage zu jedem Zeitpunkt zu decken, werden verschiedene Kraftwerke mit unterschiedlichen Kosten nacheinander zugeschaltet.
    • Günstige Kraftwerke (z. B. Wind-, Solar- und Atomkraftwerke) kommen zuerst, weil ihre Betriebskosten niedrig sind.
    • Teurere Kraftwerke (z. B. Gaskraftwerke oder Kohlekraftwerke) folgen, wenn der Bedarf steigt.
  2. Das teuerste Kraftwerk bestimmt den Preis:

    • Der Strompreis wird durch das zuletzt zugeschaltete Kraftwerk bestimmt, das benötigt wird, um die Nachfrage zu decken. Dieses Kraftwerk nennt man "Grenzkraftwerk".
    • Alle Anbieter, unabhängig von ihren tatsächlichen Produktionskosten, erhalten für den gelieferten Strom den Preis des teuersten Kraftwerks.
  3. Warum dieses Prinzip?

    • Das Merit-Order-Prinzip sorgt dafür, dass die günstigsten Erzeuger zuerst zum Zug kommen, was im Normalfall effizient und kostensenkend wirkt.
    • Aber: In Zeiten hoher Gaspreise, wie 2022/23, führte dieses Prinzip zu stark steigenden Strompreisen, da Gaskraftwerke oft das Grenzkraftwerk waren und hohe Preise an der Börse diktierten.

Kritik am Prinzip:

Fazit:

Das teuerste Kraftwerk bestimmt tatsächlich den Strompreis im Netz, was sowohl Vorteile (Markteffizienz) als auch Nachteile (Kostentreiberei in Krisenzeiten) hat. Die EU und Deutschland diskutieren regelmäßig über mögliche Reformen dieses Systems, um die Preisbildung fairer und stabiler zu gestalten.

Quellen:

https://www.bundestag.de/resource/blob/918822/abb4747668630cbe6d457512d42265c4/WD-5-121-22-pdf-data.pdf

https://de.wikipedia.org/wiki/Merit-Order

https://www.next-kraftwerke.de/wissen/merit-order

Senken erneuerbare Stromquellen den Strompreis?

"Merit-Order-Effekt" Fraunhofer Studie

Um diese Frage zu beantworten, schauen wir uns zuerst eine Studie aus dem "Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)" an. https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/ccx/2016/impres/Merit-Order-2012_final.pdf

Zusammengefasst sagt die Studie aus:


Einführung:

Die Arbeit ist Teil des Projekts „Wirkungen des Ausbaus erneuerbarer Energien (ImpRES)“ und analysiert den Preis- und Verteilungseffekt erneuerbarer Energien auf den deutschen Strommarkt für die Jahre 2011 und 2012.

Grundlagen:

Methodik:

Ergebnisse:

Fazit:


Der Strompreis kann mit dem Ausbau von erneuerbaren Energiequellen gesenkt werden. Gleichzeitig müssen aber auch teurere Energiequellen wie z. B. Gas abgeschafft werden, da sie den Preis nach oben drücken. [TODO: Hier link zur Strompreisbildung auf Basis des MOE]